Datenübernahme und Datenqualität
Wie bekomme ich meine Daten in das neue System?
Das ist eine der meist gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Einführung von datenbankbasierten Anwendungen wie PIM, MAM und CMS. Der Ist-Zustand sieht bei den meisten Unternehmen so aus, dass Daten und Produktinformationen über verschiedenste Datenquellen verstreut sind und in den unterschiedlichsten Formaten vorliegen.
Nicht ohne Analyse und Migrationskonzept!
Eine Übernahme aller vorhandenen Produktdaten würde aus dem Chaos der verstreuten Daten ein zentralisiertes Datenchaos machen. Das Chaos bleibt. Warum? Die Daten wären nicht qualitätsgesichert, Dubletten würden entstehen, die Daten wären nicht vollständig, Datenstrukturen wären gar nicht oder nicht ausreichend vorhanden.
Der vermeintlich schnelle Knopfdruck kann dazu führen, dass im Nachhinein eine aufwändige Datenbereinigung durchgeführt werden muss. In vielen Gesprächen wurde mir von PIM-Anwendern bestätigt, dass sie vor der Einführung eines PIM-Systems bei der Analyse der vorhandenen Produktdaten feststellen mussten, wie lückenhaft und unbrauchbar die vorhandenen Daten grundsätzlich waren und dass eine vollständige Übernahme von Bestandsdaten nicht sinnvoll gewesen wäre.
Die bessere Frage wäre: Welche Daten
sollen übernommen werden?
Wo es Sinn macht und die Daten in guter Qualität vorliegen, kann natürlich auch eine teilweise Datenübernahme, zum Beispiel von Metainformationen aus der Warenwirtschaft, erfolgen. Die Vervollständigung und Datenanreicherung kann auf deren Basis Schritt für Schritt manuell nachgezogen werden. Dies sorgt neben der Qualität auch noch für eine entsprechende Durchgängigkeit, indem beispielsweise Benennungen und stilistische Vorgaben für Informationstexte, wie Produktbeschreibungen, konsequent umgesetzt werden können.
Doch auch bei einer teilweisen Datenübernahme kommt man nicht umhin, im Vorfeld ein Konzept für die Strukturen und Daten zu erstellen. Passt die hierarchische Struktur der Produkte? Liegen die Produktinformationen ausreichend granular vor? Sind die Daten vollständig? Gibt es Dubletten? Welche Informationen sollen übernommen werden? Gibt es bereits eine Schnittstelle für die Datenübernahme? Wie hoch ist der Aufwand für die Entwicklung oder Anpassung der Schnittstelle? Lohnt es sich wirklich?
Die Chance für bereinigte und
hochwertige Produktdaten
Die Implementierung einer Produkt-Informations-Management Lösung bietet eine, womöglich einmalige, Gelegenheit, die kompletten Produktinformationen eines Unternehmens in deren Struktur und Datenqualität neu zu konzipieren und auf die unternehmensinternen Erfordernisse und Prozesse anzupassen. Dabei muss die Ersterfassung der Produktinformationen nicht unbedingt mehr Aufwand und Zeit erfordern als eine Übernahme vorhanderner Produktdaten.
Leider erscheint die initiale Datenübernahme und –Erfassung meist wie ein ressourcenfressendes, unbesiegbares Monster was dazu führt, dass sich Unternehmen gegen die Einführung eines PIM-Systems entscheiden.
Aber das vermeintliche Horrorszenario kann sich als Königsweg zu einer bereinigten und qualitätsgesicherten Datenbasis erweisen, die eine einheitliche, durchgängige und hochwertige Produktkommunikation erst möglich macht.